Säule 3a in der Schweiz: jetzt Zwischenbilanz ziehen und clever einzahlen
Nach den Sommerferien ist ein guter Zeitpunkt, die eigenen Finanzen zu überprüfen. Dazu gehört auch die Säule 3a.
Was ist die Säule 3a?
Die Säule 3a ist Teil der privaten Altersvorsorge in der Schweiz. Erwerbstätige Personen können freiwillig Geld einzahlen und den Betrag grundsätzlich vom steuerbaren Einkommen abziehen.
Das angesparte Geld ist jedoch gebunden und kann nur unter bestimmten Voraussetzungen vor der Pensionierung bezogen werden, beispielsweise für selbst bewohntes Wohneigentum oder beim endgültigen Verlassen der Schweiz.
Wie viel darf 2026 einbezahlt werden?
Die Maximalbeträge unterscheiden sich danach, ob eine Pensionskasse besteht:
- Mit Pensionskasse: maximal 7’258 Franken
- Ohne Pensionskasse: bis zu 20 % des Einkommens, höchstens jedoch 36’288 Franken
Die Einzahlung muss spätestens am 31. Dezember auf dem 3a-Konto verbucht sein, damit sie für das entsprechende Steuerjahr berücksichtigt werden kann. (BSV)
Der Maximalbetrag ist allerdings kein Muss. Entscheidend ist, dass die Einzahlung zum persönlichen Budget passt und genügend frei verfügbare Reserven bestehen bleiben.
Ein Rechenbeispiel: den Einzahlungsstand prüfen
Prüfen Sie zuerst, wie viel Sie im laufenden Jahr bereits einbezahlt haben. Vergleichen Sie diesen Betrag anschliessend mit Ihrem persönlichen Jahresziel.
Sie möchten 2026 insgesamt 7’258 Franken einzahlen und haben bis Ende August bereits 3’000 Franken überwiesen. Damit fehlen noch 4’258 Franken. Verteilt auf September bis Dezember entspricht dies monatlich 1’064.50 Franken.
Ist dieser Betrag zu hoch, kann das Sparziel reduziert werden. Auch eine Einzahlung unterhalb des Maximalbetrags kann die Vorsorge verbessern und die Steuerbelastung senken.
Warum sich ein Dauerauftrag lohnt
Ein Dauerauftrag verhindert, dass kurz vor Jahresende ein grosser Betrag auf einmal benötigt wird. Wer den Maximalbetrag von 7’258 Franken über zwölf Monate verteilt, zahlt monatlich rund 605 Franken ein.
Der Spätsommer eignet sich deshalb nicht nur für die Planung der verbleibenden Monate. Auch der Dauerauftrag für das kommende Jahr kann bereits überprüft oder angepasst werden.
Welche 3a-Lösung passt: Bank, Versicherung oder Kombination?
Banklösung
Bei einer Banklösung steht meist das Sparen oder Investieren im Vordergrund. Die Einzahlungen lassen sich häufig flexibel anpassen oder pausieren.
Versicherungslösung
Eine Versicherungslösung kann zusätzlich Leistungen bei Tod oder Erwerbsunfähigkeit enthalten. Dafür bestehen oft längerfristige Verpflichtungen. Eine vorzeitige Vertragsänderung oder Auflösung kann finanzielle Nachteile verursachen.
Kombination beider Lösungen
Auch eine Kombination aus beiden Varianten ist möglich. Beispielsweise kann ein Teil des jährlichen 3a-Betrags in eine Versicherungslösung fliessen und der restliche Betrag über eine Bank- oder Wertschriftenlösung einbezahlt werden. So lassen sich der gewünschte Versicherungsschutz und eine flexiblere Sparlösung miteinander verbinden. Wichtig ist, dass die Einzahlungen über alle 3a-Lösungen hinweg den jährlich erlaubten Maximalbetrag nicht überschreiten.
Prüfen Sie deshalb regelmässig, ob die bestehenden Lösungen noch zu Ihrer beruflichen, familiären und finanziellen Situation passen. Achten Sie dabei auf Kosten, Flexibilität, versicherte Leistungen und mögliche Anlagerisiken.
3a-Konto oder Wertschriften?
Das 3a-Guthaben kann je nach Lösung auf einem verzinsten Konto liegen oder in Wertschriften investiert werden. Wertschriften bieten langfristig höhere Ertragschancen, können jedoch deutlich schwanken.
Welche Variante geeignet ist, hängt vor allem davon ab, wann das Geld voraussichtlich benötigt wird und wie gut vorübergehende Verluste ausgehalten werden können. Eine hohe Aktienquote ist nicht automatisch die beste Wahl.
Beitragslücken nachträglich schliessen
Seit 2026 können Beitragslücken unter bestimmten Voraussetzungen nachträglich geschlossen werden. Erstmals ist ein Einkauf für eine Lücke aus dem Jahr 2025 möglich. Künftig können Lücken bis zu zehn Jahre rückwirkend ausgeglichen werden, sofern sie ab 2025 entstanden sind.
Dabei gelten zwei Voraussetzungen:
- Vor einem nachträglichen Einkauf muss der ordentliche Jahresbeitrag vollständig einbezahlt worden sein.
- Pro Jahr ist höchstens ein Einkauf in der Höhe des kleinen Beitrags möglich. Dieser beträgt 2026 maximal 7’258 Franken.
Typische Fehler bei der Säule 3a
- Zu viel Geld langfristig binden. Häufig fliesst ein grosser Betrag in die Säule 3a, obwohl noch keine ausreichende Notfallreserve besteht.
- Kosten und Anlagerisiken nicht prüfen. Hohe Gebühren oder eine unpassende Anlagestrategie werden teilweise erst spät erkannt.
- Unflexible Verträge übersehen. Auch langfristige Verpflichtungen aus Versicherungslösungen fallen oft erst dann auf, wenn eine Anpassung nötig wird.
- Erst am letzten Tag des Jahres einzahlen. Entscheidend ist nicht nur das Überweisungsdatum, sondern dass der Betrag rechtzeitig auf dem 3a-Konto verbucht wird.
Fazit: jetzt eine Zwischenbilanz ziehen
Aktuell bleibt noch genügend Zeit, um den bisherigen Einzahlungsstand zu prüfen, das Sparziel anzupassen und die verbleibenden Zahlungen zu planen. Gleichzeitig lohnt es sich, die bestehende Lösung auf Kosten, Flexibilität und Anlagerisiken zu überprüfen.
Die passende 3a-Strategie ist nicht für alle gleich. Sie sollte zur persönlichen Lebenssituation passen und neben der Altersvorsorge auch genügend finanziellen Spielraum für die Gegenwart lassen.
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Stefano Ferramosca & Konrad Schwitter
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