Der Winter ist für viele Unternehmen in der Schweiz eine besondere Herausforderung. Erkältungen, Grippe und andere Krankheiten führen jedes Jahr zu mehr Absenzen. Für Arbeitgeber stellt sich spätestens dann die Frage, wie lange der Lohn weiterbezahlt werden muss, wer die Kosten trägt und ob die bestehende Absicherung wirklich ausreicht. Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) merken oft erst im Ernstfall, dass Unklarheit teuer werden kann.
Warum Krankheitsausfälle im Winter besonders ins Gewicht fallen
In den Wintermonaten steigen krankheitsbedingte Ausfälle deutlich an. Fällt eine Mitarbeitende oder ein Mitarbeitender mehrere Wochen aus, fehlt nicht nur Arbeitskraft, sondern es entstehen laufende Lohnkosten. Für viele Betriebe ist das finanziell spürbar. Die Unsicherheit darüber, wie lange die Lohnfortzahlung gilt und wann eine Versicherung einspringt, sorgt zusätzlich für Druck.
Was bedeutet Lohnfortzahlung einfach erklärt
Lohnfortzahlung heisst, dass Arbeitgeber den Lohn weiterbezahlen müssen, wenn Mitarbeitende krankheitsbedingt nicht arbeiten können. In der Schweiz ist diese Pflicht gesetzlich geregelt. Je nach Dauer des Arbeitsverhältnisses müssen Arbeitgeber den Lohn für eine bestimmte Zeit weiterzahlen. Diese Zeit ist begrenzt, aber oft länger, als viele erwarten.
Sinn und Zweck einer Krankentaggeldversicherung
Viele Arbeitgeber gehen davon aus, dass nach ein paar Wochen automatisch eine Versicherung zahlt. Das ist jedoch nicht immer der Fall. Ohne klare Regelung kann der Betrieb mehrere Monate lang selbst für den Lohn aufkommen müssen.Die Krankentaggeldversicherung (KTG) hilft Arbeitgebern das finanzielle Risiko von Krankheitsausfällen abzusichern. Sie übernimmt nach einer vereinbarten Wartefrist einen grossen Teil des Lohnes, meist 80 Prozent, für eine bestimmte Dauer. Ziel ist es, sowohl Arbeitgeber als auch Mitarbeitende finanziell zu entlasten.
Begriffserklärung Wartefrist
Die Wartefrist ist die Zeit zwischen Beginn der Krankheit und dem Moment, ab dem die Krankentaggeldversicherung zahlt. Übliche Wartefristen sind 14, 30 oder 60 Tage. Während dieser Zeit trägt der Arbeitgeber die Lohnkosten selbst. Je kürzer die Wartefrist, desto schneller greift der Versicherungsschutz, desto höher sind in der Regel die Prämien.
Typische Stolperfalle bei Wartefristen
Viele Unternehmen wählen eine lange Wartefrist, um Prämien zu sparen, ohne zu prüfen, ob sie die Lohnkosten in dieser Zeit wirklich tragen können. Gerade im Winter, wenn mehrere Mitarbeitende gleichzeitig ausfallen, kann das schnell zu Liquiditätsproblemen führen.
Zusammenspiel von Gesetz und Versicherung
Die gesetzliche Lohnfortzahlungspflicht und die Krankentaggeldversicherung müssen aufeinander abgestimmt sein. Ist die Wartefrist länger als die gesetzliche Pflicht, entsteht eine Lücke. Ist sie kürzer, kann der Betrieb früher entlastet werden. Dieses Zusammenspiel wird häufig unterschätzt.
Rechenbeispiel zur Kostenabschätzung
Ein KMU beschäftigt fünf Mitarbeitende mit einem durchschnittlichen Monatslohn von 5’500 Franken. Ein Mitarbeitender fällt im Winter wegen einer schweren Grippe acht Wochen aus. Die gesetzliche Lohnfortzahlung verpflichtet den Arbeitgeber, den Lohn weiterzuzahlen. Das Unternehmen hat eine Krankentaggeldversicherung mit einer Wartefrist von 30 Tagen und einer Leistung von 80 Prozent des Lohnes. Im ersten Monat zahlt der Arbeitgeber den vollen Lohn von 5’500 Franken selbst. Ab dem 31. Krankheitstag übernimmt die KTG 80 Prozent des Lohnes, also rund 4’400 Franken pro Monat. Für den zweiten Monat bleiben dem Arbeitgeber noch 1’100 Franken Lohnkosten. Ohne KTG hätte das Unternehmen für zwei Monate insgesamt 11’000 Franken tragen müssen. Mit der KTG reduziert sich die direkte Belastung auf rund 6’600 Franken. Dieses Beispiel zeigt, wie entscheidend Wartefrist und Leistungsumfang für die finanzielle Planung im Winter sind.
Fazit: Vorbereitung schafft Stabilität
Was Arbeitgeber jetzt tun sollten: bestehende Regelungen mit der KTG reevaluieren.
Krankheitsausfälle im Winter lassen sich nicht vermeiden, ihre finanziellen Folgen aber planen. Wer Lohnfortzahlung, Wartefristen und Krankentaggeld versteht und aufeinander abstimmt, schützt das Unternehmen vor unangenehmen Überraschungen und sorgt gleichzeitig für Fairness gegenüber den Mitarbeitenden.
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